Objekt des Monats
Januar 2013
Gasnebel M78

         
 

Messier 78 (hat auch die Katalognummer NGC 2068) ist mit einer scheinbaren Helligkeit von 8,0 mag der hellste Reflexionsnebel. Er liegt im Sternbild Orion und hat eine Winkelausdehnung von 8' × 6'.
Trotzdem ist er ein nicht leicht zu beobachtendes Objekt. In mittelgroßen Teleskopen (bis 200mm Öffnung) ist er ein diffuses Gebilde, indem 2 Sterne mit 10 m Helligkeit zu sehen sind.
M78 ist nordöstlich von den Gürtelsternen des Orions zu finden

 
   

Mitte Januar, Blick Richtung Süden um 21:30

 

Die Sternentstehungsgebiete, wie Orion-Nebel und M78 liegen an der Vorderseite des Orion-Arms unserer Galaxie. Der Pferdekopfnebel ist ein Dunkelnebel.

   

M78 liegt in einer Gruppe von 4 Nebeln (bestehend aus NGC2064, NGC2068=M78, NGC2067 und NGC2071). Im Nebel sind 2 10mag schwache Sterne eingebettet.
Nordöstlich von ihm liegt in 15 Bogenminuten Entfernung der noch visuell beobachtbare Nebel NGC 2071, ebenfalls mit einem 10mag hellen Stern.
Deutlich schwächer sind dagegen die beiden Nachbarnebel NGC 2064 und 2067. Sie sind kaum zu beobachten, und nur gut auf Fotografien zu sehen.
Bei der Beobachtung von M78 ist der sonst übliche Nebelfilter UHC nicht geeignet, denn dieser Nebel ist ein Reflexionsnebel im Gegensatz zu den anderen Emissionsnebel im Sternbild Orion wie der Orion-Nebel (M42, M43) und der Fächernebel (NGC…). (Der UHC Filter lässt die markanten Emissionslinie Hß und OIII hindurch, was zu einer Kontrastverstärkung gegenüber einem aufgehellten Himmel führt).

   
 

M78 (NGC2068) aufgenommenen in der Sichtbaren Strahlung (Licht)
Aufnahme mit dem Wide Field Imager und dem MPG/ESO-2,2-Meter Teleskop am La-Silla-Observatorium
Bild ESO

 
 

Bemerkenswert an Messier 78 ist, dass der Nebelkomplex sich im Laufe der letzten zehn Jahre deutlich verändert hat. Im Februar 2004 fotografierte der erfahrene Amateurastronom Jay McNeil die Himmelsregion mit einem Teleskop von nur 75 mm Durchmesser und fand auf der Aufnahme überraschenderweise einen hellen Nebel – das fächerförmige Objekt am unteren Bildrand –, und dies an einer Stelle, an der zuvor auf den meisten Bildern nichts zu erkennen war. Es stellte sich heraus, dass es sich bei dem hellen Objekt um einen stark veränderlichen Reflexionsnebel um einen jungen Stern handelt. Inzwischen trägt es den Namen “McNeils Nebel”.

Links die Aufnahmen von 1999 und rechts die von 2004.
Bild ESO