adaptive Optik

 
 

Mitte August 2010 schoss der ESO-Fotobotschafter Yuri Beletsky dieses Foto des Paranal-Observatoriums der ESO. Eine Gruppe von Astronomen beobachtete das Zentrum der Milchstraße unter Verwendung der Vorrichtung zur Erzeugung eines künstlichen Leitsterns mit dem Yepun-Teleskop, einem der vier Unit-Teleskope des Very Large Telescope (VLT).

Das Foto wurde mit einem Weitwinkelobjektiv aufgenommen und deckt mit etwa 180° beinahe den gesamten sichtbaren Himmel ab.

 
 

Yepuns  (eines der vier Teleskope des VLT auf dem Paranal in Chile) Laserstrahl durchquert den südlichen Himmel und erzeugt einen künstlichen Stern in 90 km Höhe in der Mesosphäre der Erde. Der Laser-Leitstern (LGS) ist ein Teil der adaptiven Optik des VLT und wird als Referenz zur Korrektur der durch die Atmosphäre verursachten Unschärfe-Effekte auf Aufnahmen verwendet. Die Farbe des Lasers ist exakt abgestimmt, um eine Schicht von Natrium-Atomen anzuregen, die sich in einer der oberen Schichten der Atmosphäre befindet – die bekannte Farbe der Natrium-Lampen der Straßenbeleuchtung lässt sich in der Farbe des Lasers wiedererkennen. Vermutlich ist diese Schicht von Natrium-Atomen ein Überrest von Meteoriten, die in die Erdatmosphäre eintreten. Wenn sie durch das Licht des Lasers angeregt werden, beginnen die Atome zu leuchten und bilden so einen kleinen hellen Fleck, der als künstlicher Referenzstern für die adaptive Optik benutzt werden kann. Mittels dieser Technik können Astronomen schärfere Beobachtungsergebnisse erhalten. Indem mit Hilfe des Laser-Leitsterns die Störungen in der Atmosphäre in Echtzeit gemessen werden. Dann, ebenfalls in Echtzeit, werden die Störungen durch eine Korrekturoptik kompensiert. Das bringt eine Verbesserung um den Faktor 100.
Beispielsweise können Forscher bei der Beobachtung des Zentrums unserer Milchstraße besser den galaktischen Kern überwachen. In diesem verschluckt ein supermassereiches schwarzes Loch Gas und Staub, während es von nahen Sternen umkreist wird.