Objekt des Monats
August 2015
das Sommerdreieck

 
 

Blickt man in den Sommermonaten in der ersten Nachthälfte nach Süden, fallen drei helle Sterne auf, die ein Dreieck bilden: Das Sommerdreieck.

 
     
 

Im Bild ist der Anblick des Himmels Richtung Süden um 22 Uhr dargestellt.

 
   Sommerdreieck  
 

Die drei Sterne sind:

  1. rechts oben Wega im Sternbild Leier
  2. unten Atair im Sternbild Adler
  3. Links oben Deneb, im Sternbild Schwan  
 
 

1.) Wega (oder auch Vega)

1.) Wega ist der Hauptstern des Sternbildes Leier. Er leuchtet mit 0,0 mag aus einer Entfernung von 25 Lichtjahren. Wega hat die Spektralklasse A0 V, sie leuchtet bläulich mit 0,03 mag.
Mit einer Leuchtkraftklasse von V ist sie ein Hauptreihenstern mit etwa der doppelten Sonnenmasse.
Es wird vermutet, dass Wega ein Veränderliche Stern vom Typ Delta-Scuti-Sterne ist. Sterne dieses Typs schwanken in der Helligkeit mit einer Periode von einigen Stunden und einer Änderung der Helligkeit von nur 0,02 mag.
Massereiche Sterne wie Wega verbrauchen ihren Wasserstoff Vorrat schneller als andere, die Lebenszeit von Wega ist mit 1 Mrd. Jahren entsprechend kurz. Damit hat sie schon bald die Hälfte ihrer Hauptreihenzeit (HRD) hinter sich. Danach wird sie sich zu einem Roten Riesen der Spektralklasse M aufblähen, um schließlich als Weißer Zwerg zu enden.

 
 
2.) Atair

2.) Altair, der hellste Stern im Sternbild Adler, hat eine Helligkeit von 0,8 mag und eine Entfernung von 17 Lichtjahren.
Mit der Spektralklasse A7 leuchtet er bläulich. Seine Oberflächentemperatur liegt bei 8000 Grad.
Die Leuchtkraftklasse IV-V zeichnet ihn als Unterriesen- bis Hauptreihenstern aus. So ist seine Masse und Radius das 1,7-fache der Werte der Sonne.
Sein Wasserstoff Vorrat wird noch ca. 1 Mrd. Jahre reichen, bis er sich zu einem Roten Riesen oder einem veränderlichen Cepheiden weiterentwickelt, bevor er seine äußeren Schichten abstößt und als Weißer Zwerg endet. (Sternentwicklung)

Durch Messungen der Breite seiner Spektrallinien wurde entdeckt, dass sich Altair sehr schnell um seine eigene Achse dreht und dadurch stark abgeplattet ist. Die Dauer einer vollen Drehung am Äquator wurde zu 9 Stunden bestimmt. Dadurch ist der Äquatordurchmesser 22 % größer als der Poldurchmesser, das hat wiederum Temperaturunterschiede zur Folge.

Beide Sterne ähneln sich darüber hin­aus in einem ganz besonderen Punkt. Dies ist ihre schnelle Rotationsgeschwindigkeit, die bei beiden ungefähr zehn Stunden beträgt und die Sterne deutlich zu Ellipsoiden abflacht. Das wiederum hat zur Folge, dass die Äquatoroberfläche weiter vom Massenzentrum des Sterns entfernt ist als die Poloberfläche. Diese Verformung bewirkt einen interessanten Effekt: Die effektive Gravitation, also die Schwerkraft, die ein hypothetischer Beobachter an einem Ort auf der Sternoberfläche "spüren" würde, ist am Äquator geringer als am Pol. Die effektive Gravitation wirkt sich aber auch auf den Strahlungsfluss und die Oberflächentemperatur des Sterns aus. Je höher die effektive Gravitation ist, desto heißer ist die entsprechende Oberflächenregion. Aus diesem Grund ist Wega am Pol mit rund 9900 Grad Celsius um etwa 2300 Grad Celsius heißer als am Äquator.
http://www.spektrum.de/wissen/wega-deneb-atair-ein-ungleiches-trio/1289932

 
 

3.) Deneb

3.) Deneb, der Hauptstern des Sternbildes Schwan
Wega und Atair ähneln sich, Deneb unterscheidet sich sehr von den Beiden.
Da ist zunächst die Entfernung. Denebs Entfernung lässt sich nur innerhalb eines weiten Bereiches angeben, da bei so weit entfernten Sternen die Messfehler bereits großen Einfluss auf das Ergebnis haben. Bei der bisher genauesten Parallaxenmessung durch den Satelliten Hipparcos wurde ca 3 200 Lichtjahre gemessen. Durch die hohe Messunsicherheit könnte der Abstand von Deneb aber zwischen 1 600 und 7 400 Lichtjahre liegen. Neuere Analysen ergeben eine wahrscheinlichste Entfernung von 1 500 Lichtjahren mit einer Unsicherheit von unter 20%. Daher sind auch die anderen Eigenschaften von Deneb mit großen Unsicherheiten behaftet.
Seine Oberflächentemperatur beträgt etwa 8100°C, also nicht viel anders als die von Atair und Wega. Tatsächlich leuchtet Deneb etwa 250 000-mal heller als unsere Sonne und mehr als 2000-mal heller als Atair. Die Energie, die unsere Sonne in rund drei Tagen abstrahlt, liefert Deneb innerhalb einer Sekunde. Das liegt an seinem großen Durchmesser (300-fachen Sonnendurchmesser) und damit ist die abstrahlende Oberfläche viel größer.
Deneb ist ein Überriese, der zum Helium-Brennen (Sternentwicklung) übergegangen ist. Bei ihm liegt eine Schale mit aktivem Wasserstoffbrennen in einer Zone in der der Energietransport durch Strahlung erfolgt. Diese Zone könnte für Instabilität empfindlich sein. Deneb ist der Prototyp für eine Reihe von Veränderlicher (Alpha-Cygni-Sterne), die mit Perioden von 10 bis 100 Tagen schwanken. Dabei beträgt die Helligkeitsänderung nur ein Hundertstel bis ein Zehntel einer Größenklasse.
Wegen Denebs hoher Temperatur und großen Masse geht der Stern verschwenderisch mit seiner Materie um – schon (!) in ein paar Millionen Jahren könnte er als Supernova enden. Bei einer Entfernung von mehr als 1000 Lichtjahren besteht keine Gefahr für die Erde.
Deneb wird von einem lichtschwachen Begleiter umkreist, der eine Helligkeit von 11,7 mag hat. Zur Zeit ist die scheinbare Distanz 76 Bogensekunden, es ist also ein Fernrohr erforderlich, um den Begleiter zu erkennen.